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Stille Nacht, traurige Nacht: Weihnachten ist die Zeit der Depressionen

Geschenke besorgen, Festessen zaubern, putzen, die Kinder bei Laune halten – vor Weihnachten sind die meisten Deutschen im Stress. Kommt es dazu noch über die Feiertage zum Streit, ist eine Depression nicht selten.

An diesen wenigen Tagen im Jahr findet die gesamte Familie zusammen – oder auch nicht. Schon da fangen die Diskussionen an. Festliches Essen wird auf den Tisch gebracht, die Kerzen brennen und aus dem Radio dudelt „Driving Home for Christmas“.

Das Fest der Liebe erfüllt nur selten, was der Name verspricht oder zumindest hoffen lässt. Nur allzu oft geht der Wunsch nach Harmonie zu Weihnachten nach hinten los. Bei vielen Menschen hinterlässt das Fest der Liebe nicht Geborgenheit und Wärme, sondern Gefühle wie Trauer, Erschöpfung und Einsamkeit. Vor allem, wenn es zwischen Gänsebraten und Rotkohl zum Streit kommt.

Entlastungsdepression nach den Feiertagen

Wer denkt, dass nach dem zweiten Weihnachtsfeiertag alles wieder gut wird, irrt sich gewaltig: Nach den Festtagen spürt man eigentlich erst, wie es einem geht. „Viele Menschen fallen dann in ein tiefes psychisches Loch“, sagt der Kölner Universitätsprofessors und Psychotherapeut Egon Stephan. Das psychische Tief nach Weihnachten ist seiner Ansicht nach „ganz normal“, es handele sich um eine sogenannte Entlastungsdepression. „Irritiert stellt man fest: Eigentlich müsste es mir gut gehen, aber ich fühle mich schlecht.“

Eine kurze Phase der Traurigkeit ist nicht bedenklich. Entwickelt sich daraus aber eine tiefe Krise, sollte der Betroffene fachliche Hilfe suchen. 

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